Anbauteile für den Rasenspecht: ein Grundrahmen, viele Aufgaben
Der Rasenspecht ist mehr als ein Aerifizierer. Der Grundrahmen mit Stiel, Griffen und Trittfläche bleibt immer gleich, darunter kommt das Werkzeug, das zur Aufgabe passt: Hohlspoons zum Aerifizieren, Spikes, Vollspoons zum Tiefenlockern oder ein einzelner Spoon zum Unkrautstechen. Hier findest du alle Anbauteile im Überblick, wofür sie gedacht sind und wann du welches einsetzt.
Kurz gesagt
- Hohlspoons stechen Erde aus. Die Löcher füllst du mit Sand: Aerifizieren im klassischen Sinn.
- Spike-Set setzt viele feine Löcher, ohne Erde zu entnehmen. Gut für Trockenstellen, Laufwege und vor der Nachsaat.
- Vollspoon-Set lockert in der Tiefe, ohne Aushub. Ideal im Spätherbst und Winter.
- Unkrautspoon sticht einzelne Unkräuter samt Wurzel aus und setzt Löcher für kleine Blumenzwiebeln.
- Adapter-Kit verkürzt die Einstechtiefe auf 6 cm, wenn Kabel oder Netze im Boden liegen.
- Ab Frühjahr 2027 kommen Messer und Kreuzspoons für das Vollspoon-Set dazu.

Der Grundrahmen
Alles beginnt mit dem Grundrahmen. Es gibt ihn in Anthrazit und in Edelstahl sowie mit normaler Stiellänge für Personen bis etwa 1,80 m und mit langem Stiel für größere Personen. Die richtige Länge ist wichtiger, als sie scheint: Beim Aerifizieren arbeitest du mit Körpergewicht, und ein zu kurzer Stiel geht auf den Rücken.
Hohlspoons: klassisch aerifizieren
Hohlspoons sind das Standardwerkzeug des Rasenspecht. Sie stechen kleine Erdkerne aus dem Boden, die oben in die Auffangwanne geschoben werden. So musst du den Aushub nicht einsammeln, und er fällt nicht zurück in die Löcher. Die Löcher füllst du anschließend mit Sand. Dadurch entstehen dauerhafte Kanäle, durch die Wasser und Luft in die Wurzelzone gelangen.
| Spoon | Geeignet für |
|---|---|
| 16 mm | Nacharbeiten und leichtere Böden. Kleine Löcher wachsen schnell zu und fallen weniger auf. Bei schweren, lehmigen Böden verstopft er leichter. |
| 20 mm | der Allrounder, auch für die erste Anwendung und verdichtete Böden. Lässt sich gut mit Sand füllen. |
| 24 mm | lehmige, nasse und sehr harte Böden. Der große Durchmesser verhindert, dass der Aushub stecken bleibt, und ermöglicht einen deutlichen Bodenaustausch. |
Die Hohlspoons gibt es als 2er und als 3er Platte. Mit drei Spoons kommst du schneller auf die nötige Lochdichte, mit zwei brauchst du weniger Kraft pro Einstich. Wann und wie oft du aerifizierst, liest du in Rasen aerifizieren, das Sanden danach in Rasen sanden.

Spike-Set: viele feine Löcher
Das Spike-Set besteht aus einer Aluminiumplatte mit 16 Spikes aus Edelstahl, 6 mm dick und 5 cm lang. Die Platte wird mit vier Vollspoons unter den Grundrahmen geschraubt. Spikes entnehmen keine Erde, sie verdrängen sie zur Seite. Dafür setzen sie mit jedem Tritt viele Löcher auf einmal.
Das macht das Spiken zu einer eigenen Anwendung neben dem Aerifizieren. Auf Trockenstellen, auf denen das Wasser abläuft, öffnen die Löcher die Oberfläche wieder. Auf Laufwegen lockern sie die oberste Schicht. Und vor der Nachsaat schaffen sie viele kleine Saatnester, in die das Saatgut fällt. Mit Sand eingefegt bleiben die Löcher länger offen. Eine Tiefenwirkung wie mit Hohl- oder Vollspoons hat das Spiken nicht, als schnelle, häufige Maßnahme zwischendurch ist es aber deutlich besser als nichts.
Vollspoon-Set: tiefenlockern ohne Aushub
Mit dem Vollspoon-Set wird der Rasenspecht zum Tiefenlockerer. Statt der Spoonplatte kommt eine Werkzeugaufnahme aus Edelstahl in den Rahmen, an die drei Vollspoons geschraubt werden: 12 mm dick, 200 mm lang, mit verlängerter Spitze.
Vollspoons entnehmen keine Erde. Du drückst sie in den Boden und kippst den Stiel vor dem Herausziehen um etwa 5 bis 15 Grad zu dir. Dieser Brechwinkel bricht den Boden in der Tiefe zusätzlich auf. Für eine gute Wirkung sind 60 bis 100 Löcher pro Quadratmeter sinnvoll, mit drei Vollspoons also etwa 20 bis 33 Einstiche.
Der beste Zeitpunkt ist der Spätherbst und Winter, meist November und Dezember: Der Boden ist feucht, es liegt noch kein Schnee, und Frost hilft, die gelockerten Schichten weiter aufzubrechen. Danach sollte die Fläche eine Weile wenig betreten werden, damit sich der angehobene Boden setzen kann. Den Unterschied zwischen Aerifizieren, Tiefenlockern und Vertikutieren erklären wir in Aerifizieren oder Vertikutieren.
Unkrautspoon: gezielt ausstechen
Der Unkrautspoon ist ein einzelner Hohlspoon mit 24 mm Durchmesser. Am Grundrahmen montiert sticht er Unkräuter wie Löwenzahn oder Wegerich samt Wurzel aus, ohne dass du dich bücken musst. Nimm dafür die Auffangwanne ab, sonst verdeckt sie die Sicht auf die Pflanze. Das Loch füllst du mit etwas Sand oder Erde und ein paar Grassamen, dann schließt sich die Lücke schnell.
Sehr lange Pfahlwurzeln reichen manchmal tiefer als der Spoon. Treibt eine Pflanze aus dem Rest wieder aus, stichst du einfach ein zweites Mal. Nach zwei, drei Durchgängen ist die Wurzel meist erschöpft.
Gut zu wissen
Der Unkrautspoon eignet sich auch zum Pflanzen kleiner Blumenzwiebeln im Rasen, etwa Krokusse, Schneeglöckchen oder Traubenhyazinthen. Im Herbst Löcher ausstechen, Zwiebel mit der Spitze nach oben hineinsetzen, mit Erde auffüllen und angießen. Im Frühjahr blühen sie direkt aus dem Rasen. Mähe die Stellen erst, wenn das Laub der Zwiebelblumen eingezogen ist.
Adapter-Kit: wenn etwas im Boden liegt
Wer ein Maulwurfsnetz, Wasserleitungen oder das Begrenzungskabel eines Mähroboters flach im Boden verlegt hat, kann mit dem Adapter-Kit die Einstechtiefe der Hohlspoons von 9 auf 6 cm verkürzen. Der Adapter wird zwischen Auffangwanne und Spoonplatte gesetzt und lässt sich jederzeit wieder ausbauen.
Welches Anbauteil wann?
| Anbauteil | Wirkung | Beste Zeit | Danach |
|---|---|---|---|
| Hohlspoons | Erde entnehmen, Verdichtung lösen | Spätsommer, alternativ Frühjahr | sanden, bei Bedarf nachsäen |
| Spike-Set | viele flache Löcher, Oberfläche öffnen | ganze Saison, vor der Nachsaat | Saat oder Sand einarbeiten |
| Vollspoon-Set | in der Tiefe aufbrechen, nichts entnehmen | November und Dezember | Fläche schonen, bis der Boden sich gesetzt hat |
| Unkrautspoon | einzelne Pflanzen samt Wurzel entfernen | sobald Unkraut sichtbar ist | Loch füllen, ein paar Samen |
| Adapter-Kit | Einstechtiefe auf 6 cm begrenzen | bei Kabeln oder Netzen im Boden | wie beim Aerifizieren |
Pflege der Anbauteile
Nach dem Einsatz Erde aus den Spoons entfernen, am einfachsten mit der Spoonbürste, und alles trocken lagern. Gewinde und Schrauben ab und zu kontrollieren, vor allem nach einem Wechsel des Anbauteils.
Was als Nächstes kommt
Ab Frühjahr 2027 erweitern wir das Vollspoon-Set um Messer und Kreuzspoons, die in dieselbe Werkzeugaufnahme passen. Weitere Anbauteile sind in Planung. Sobald sie verfügbar sind, ergänzen wir sie hier.
Häufige Fragen
Passen die Anbauteile an jeden Rasenspecht?
Ja, alle Anbauteile passen an den Original-Grundrahmen des Rasenspecht. Beim Adapter-Kit gibt es zwei Schraubenvarianten: Linsenkopfschrauben für den älteren Rahmen mit runden Löchern, Schlossschrauben für den aktuellen Rahmen mit eckigen Löchern.
Brauche ich für jedes Anbauteil einen eigenen Rahmen?
Nein. Die Anbauteile werden getauscht, der Rahmen bleibt. Wer oft wechselt, etwa zwischen Unkrautspoon und Hohlspoons, kann sich einen zweiten Grundrahmen zulegen und spart sich das Umbauen.
Ersetzt das Spiken das Aerifizieren?
Nein, es ist eine andere Anwendung. Spikes öffnen die Oberfläche, Hohlspoons tauschen Boden aus und Vollspoons lockern in der Tiefe. Viele kombinieren: im Spätsommer aerifizieren, zwischendurch spiken, im Winter tiefenlockern.
Kann ich mit dem Vollspoon-Set auch im Frühjahr arbeiten?
Ja, wenn der Boden feucht und nicht gefroren ist. Plane danach etwas Ruhe für die Fläche ein, damit sich der Boden setzen kann, bevor du wieder kurz mähst.
